Biodiversitätshotspot unter Druck: Exkursion im Irchelpark

Am 18.06. erkundeten rund 15 Personen den Irchelpark der Universität Zürich. Geleitet wurde die gut zweistündige Exkursion von Ilaria Brunetti, Fachverantwortung Biologie/Biodiversität am Science Pavilion der UZH.

Der 1986 eröffnete Irchelpark ist beeindruckend artenreich: Eine Erhebung zählte 80 Wildbienenarten, 300 Nachtfalter und Kleinschmetterlinge, 37 Tagfalter sowie 540 Blütenpflanzen. Damit gilt er als Biodiversitätshotspot mitten in Zürich. Gleichzeitig steht er unter Druck: starke Nutzung, Denkmalschutz und Bautätigkeit schaffen Zielkonflikte.

Exkursion im Irchelpark Infotafel

Da sich die Zahl der Studierenden der UZH bis 2040 voraussichtlich verdoppeln und die Zahl der Mitarbeitenden ebenfalls steigen wird, muss der Campus Irchel erweitert werden. Viele Gebäude und Teile des Parks sind jedoch geschützt, weshalb Erweiterungen nur an wenigen Standorten möglich und Aufstockungen limitiert sind. Deshalb wird ein neues Gebäude beim Zoologieweiher gebaut, der Wasserfeder (Hottonia palustris) und Bauchige Schnauzenschnecke (Bithynia leachii) beherbergt.

Um diese Arten zu erhalten, hat die Uni einen neuen Weiher angelegt. Für die Bepflanzung wurde unter anderem ein Schnittübertrag mit Mähgut aus dem Neeracherried durchgeführt, damit lokale, gut angepasste Arten den neuen Lebensraum besiedeln können. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Universität und im Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich NGZH.

Exkursion im Irchelpark mit dem NVMG

Der Rundgang führte weiter entlang des Spitalerbachs zur Orchideenwiese und dem Seerosenteich. Zwei spannende Stunden, die auch weniger bekannte Ecken des Parks zeigten. Es bleibt zu hoffen, dass die Bemühungen von Stadt und UZH Früchte tragen und der Irchelpark als Naturinsel erhalten bleibt.

Blogbeitrag und Fotos von Kathrin Bühler.