Unser Engagement - unsere aktuellen Projekte
Mit verschiedenen Projekten engagieren wir uns in Wallisellen, Opfikon und Umgebung. Einige realisieren wir selbst, andere entstehen in Zusammenarbeit mit Vereinen, Organisationen oder Behörden.
Wir freuen uns über jede Unterstützung. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an die Projektverantwortlichen oder an info@nvmg.ch.
Das Naturschutzgebiet "Moos" liegt mitten in der Agglomeration Zürich. Das Moos liegt in einer typischen Grundmoränensenke der letzten Eiszeit. Es ist der letzte Rest eines ursprünglich im Glatttal häufig anzutreffenden Landschaftstyp. Das "Moos" war einst Teil eines viel grösseren Moores, welches auf undurchlässigem Lehm entstanden ist. Auf einer Fläche von etwas über fünf Hektaren sind verschiedene Lebensräume wie Riedwiesen, Torfmoospolster, Buschsäume, Bruchwald, Schilfröhricht und mehrere Torfstichweiher zu sehen.

Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris)
Im Moor vereinigen sich verschiedenste Pflanzengesellschaften zu einem engen Mosaik. Von grosser Bedeutung sind das Vorkommen sehr seltenen Arten wie der Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Drachenwurz (Calla palustris), Glattes Hornblatt (Ceratophyllum submersum), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris) und der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica). Aus der Fauna wurden u. a. Ringelnattern, Gefleckte Smaragdlibellen, Wasserfrösche, Widderchen und Violetter Silberfalter beobachtet.
Im März 1949 wurde das "Moos" durch einen Regierungsbeschluss zum Naturschutzgebiet erklärt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde das "Moos" in die Bundesinventare der Hoch- und Flachmoore von nationaler Bedeutung aufgenommen. Seit 1958 sind das Betreten und das Pflegen des Moores reglementiert.
Im Frühling 2024 durften wir mit einer kleinen Gruppe das Moos besuchen und dabei u.a. auch die fleischfressenden Pflanzen kennenlernen. Mehr zum spannenden Tag im Blog.

- Quellen/weitere Informationen:
Das „Moos“, ein zu pflegendes Naturfenster mitten im Siedlungsgebiet Walter Ressnig. 2014. - Schutz des Naturschutzgebiets Moos in der Gemeinde Wallisellen (Naturschutzgebiet mit überkommunaler Bedeutung). Baudirektion Kägi. 2015.
- Moor - Lehrpfad "Moos". Frank Klätzli. 1999.
- Titelfoto vom Frosch, ©Walter Ressnig
Pflegearbeiten
Ein Naturschutzgebiet muss gepflegt werden. Es gibt nebst den jährlichen Pflegeeinsätze, die durch Lennart Petris organisiert und koordiniert werden, zwei Hauptzeiten, in denen grossflächige Pflegearbeiten durchgeführt werden. Im Frühling wird aus den bemoosten Flächen das abgedorrte Pfeifengras weggetragen. Im Spätherbst wird jeweils das Schilf durch den Strassenunterhaltsdienst geschnitten und durch Freiwillige herausgetragen.
Das ganze Jahr hindurch werden weitere Pflegearbeiten durchgeführt, wie das Entfernen des heranwachsenden Jungwaldes aus den Torfmoosbereichen, das Auslichten der Buschbereiche und das Wegtragen von Dürrholz aus den Gras- und Schilfflächen. Das Schilfschneiden sowie die bewaldeten Bereiche und die Buschsäume in Grenzen zu halten sind wichtige Pflegearbeiten. Dank diesen Massnahmen bleiben die verschiedenen schützenswerten Lebensräume erhalten. Diese offenen Flächen werden dadurch weder überwuchert noch Verbuschen sie.
Periodisch muss das Naturschutzgebiet von Abfall befreit werden. Grosseinsätze werden durch die Vereinsmitglieder und das Strassenwesen wahrgenommen. Der Aufwand für diese Pflegearbeiten variiert jährlich zwischen 150 bis über 200 Stunden.

Die Zeitpunkte der Einsätze werden hier publiziert.
Für mehr Informationen zum Naturschutzgebiet "Moos" wenden Sie sich an Lennart Petris.
Standort
Der Eingang zum "Moos" ist in etwa gegenüber der Neuen Winterthurerstrasse 30. Das Naturschutzgebiet darf jedoch nicht ohne Bewilligung betreten werden.
Die Mehlschwalbe leidet durch die intensivierte Schweizer Landschaft unter Nistplatz- und Nahrungsmangel. Noch in den 90er-Jahren wurde der Bestand der Mehlschwalbe in der Schweiz auf 100'000 bis 200'000 Paare geschätzt. Er ist seither um fast die Hälfte geschrumpft. Die Mehlschwalbe steht daher auf der Liste der Prioritätsarten des Artenförderungsprogramms von BirdLife Schweiz und der Schweizerischen Vogelwarte mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt. Durch verschiedene Naturschutzprojekte wird versucht, den Bestand der Art wieder herzustellen.
Berichte über die Mehlschwalben und die Lockrufanlage in Wallisellen finden Sie auch im Blog.
Quelle: birdlife.ch
Titelfoto der Mehlschwalbe: © Ruedi Aeschlimann

© Ueli Kräutli
Die Geschichte des Schwalbenhaus in Opfikon
Angebot von Nisthilfen für Mehlschwalben zur Ergänzung der Kolonie
Auf dem Areal der Kläranlage Opfikon brüteten seit mehreren Jahren regelmässig rund 10 Mehlschwalbenpaare an einer Gebäudewand. Daher hatte der Naturschutzverein zur Stärkung dieser Kolonie in rund 100 Meter Entfernung im März 2011 ein Schwalbenhaus mit 56 Nisthilfen aufgestellt. Das Areal der Kläranlage bietet genügend freie Anflugmöglichkeiten und mit der angrenzenden Glatt ein ideales Jagdgebiet für die Schwalben. Das Schwalbenhaus ist ein Projekt im Rahmen von 100xZüriNatur von BirdLife Schweiz.
2014 war das das Schwalbenhaus zum ersten mal belegt. Fünf Schwalbenpaare brüteten in den Nistkästen. Auch die folgenden vier Jahre gab es viele erfolgreiche Bruten.

Umzug des Schwalbenhaus
2018 musste das Schwalbenhaus jedoch dem grossen Bauvorhaben auf der ARA weichen. Das Tiefbauamt des Kanton Zürich stand uns auf seinem Werkhof einen neuen Platz zu. Bevor die Schwalben in ihrem Sommerquartier eintrafen, wurde das Schwalbenhaus am 29. März 2018 umgesiedelt. Der neue Standort der Nistkästen lag 180 Meter vom alten entfernt und in der Nähe des Bauernhofes "Cher", in welchem seit Jahren Mehl- und Rauchschwalben in selbst gebauten Nestern erfolgreich brüten. Die Nistkästen blieben bedauerlicherweise im Zügeljahr 2018 und den Folgejahren leer.
Für mehr Informationen zum Schwalbenhaus wenden Sie sich an Ueli Kräutli.
Standort
Das Schwalbenhaus befindet sich an der Rohrstrasse 45, 8152 Glattbrugg.
Informationen für Privatpersonen
Wie kann ich selber Mehlschwalben fördern?
Mehlschwalben sind dringend auf Nistplätze an Gebäuden angewiesen. Wer Sie Schwalben fördern möchte, kann ihnen künstliche Nisthilfen anbieten oder im Frühling Lehmwannen aufstellen. An vielen Neubauten können Schwalben keine eigenen Nester mehr bauen. In diesem Fall können künstliche Nisthilfen an der Aussenfassade unter dem Dach aufgehängt werden. Falls an Ihrem Haus Mehlschwalben nisten, ist es wichtig, die Nester zu erhalten. Es ist verboten während der Brutzeit Mehlschwalbennester zu entfernen. Wenn die Zerstörung von Schwalbennestern nicht verhindert werden kann, darf diese nur ausserhalb der Brutzeit erfolgen und es muss ein Ersatz geschaffen werden. Gegen die Verschmutzung der Fassade hilft die Montage von kleinen Kotbrettern unter den Nestern.
Mehr Infos unter birdlife.ch.
Quelle: birdlife.ch
April 2025: Das Schwalbenhaus ist wieder zurück auf dem ARA-Areal
2017 musste das von Vorstandsmitglied Ueli Kräutli initiierte und im März 2011 aufgestellte Schwalbenhaus auf der ARA dem grossen Ausbau der Kläranlage Platz machen.
Im letzten Jahr an diesem Platz waren von den 56 Nistmulden deren 22 besetzt, ein grosser Erfolg!

© Ueli Kräutli
2018 durften wir das Schwalbenhaus auf dem kantonalen Werkhof gegenüber der ARA temporär aufstellen. Leider wurden die Nistmulden an diesem Standort nie angenommen.
Im April 2025 wurde nun das Schwalbenhaus wie geplant wieder zurück auf die ARA gezügelt und bei dieser Gelegenheit durch ein Vereinsteam frisch gestrichen. Der neue Standort liegt im neu geschaffenen Biotop im Bereich des Zulaufhebewerks. Herzlichen Dank an die AKO für die grosse Unterstützung.
Am Mast wurde eine Lockrufanlage montiert, die Stromversorgung erfolgt über ein Solarpanel. Dass die Mehlschwalben das Wohnungsangebot bereits im ersten Jahr in Anspruch nehmen wäre sehr schön, wir hoffen aber sehr, dass ohne Baulärm in den folgenden Jahren bald wieder viel Betrieb im „Luftraum“ über dem Schwalbenhaus herrscht.
Mauersegler waren ursprünglich Felsenbrüter, nisten heute aber hauptsächlich in Siedlungsnähe in Hohlräumen, unter Dächern, in Mauerlöchern oder Baumhöhlen. Dabei bleiben sie oft unbemerkt. Zurzeit ist der Mauersegler noch ein verbreiteter Brutvogel in der Schweiz mit einem geschätzter Brutbestand von 40’000-60’000 Paaren (Bestand: 2013-2016). Dennoch ist der Brutbestand rückläufig, da im Zuge von Renovationen und Abbruch von Gebäuden Brutplätze zerstört werden.
Durch den Schutz bestehender Brutplätze und Schaffung neuer Nistplätze kann dem Mauersegler geholfen werden. Um herauszufinden, wo die Segler nisten, müssen zuerst die Brutplätze kartiert werden. Anhand dieser Kartierung können Hausbesitzer und die lokalen Behörden über allfällige Nistplätze informiert werden. Stehen Renovationen an, kann darauf geachtet werden, dass die Brutplätze erhalten bleiben oder dass für geeigneten Ersatz gesorgt ist.
Quelle: birdlife.ch und vogelwarte.ch
Titelfoto des Mauerseglers: © Mathias Schäf

© Beat Rüegg
Nisthilfen im Opfikerturm
Erweiterung und Stärkung der Mauerseglerkolonien
Nistkästen haben sich als Bruthilfen für Mauersegler bewährt. Deshalb hat der Naturschutzverein NVMG im Rahmen des Projektes 100xZüriNatur von BirdLife Schweiz bereits vor einigen Jahren sieben massgeschneiderte Nistkästen im Opfikerturm angebracht. 2014 waren erstmals alle besetzt. Daher wurden im Frühjahr 2015 zehn weitere Nistkästen installiert. Eine Schulklasse hat für die Kästen Nistmulden hergestellt, welche den Seglern die Brut erleichtern.

Mauersegler bei der Beringung durch Robert Sand
Ebenfalls werden jährlich Beringungen der Jungvögel vorgenommen, bevor sie sich für die Reise ins Winterquartier ins südliche Afrika aufmachen.
Für mehr Informationen zu den Nisthilfen im Opfikerturm wenden Sie sich an Ueli Kräutli.
Standort
Die Nisthilfen sind am Turm von Opfikon an der Chappelerain 11 angebracht.
Informationen für Gebäudebesitzer*innen
Wie kann ich selber Mauersegler fördern?
Idealerweise sind im Dachbereich bereits bruttaugliche Nischen oder Löcher vorhanden. Diese sollten jedoch nicht zum Dachinnenraum zugänglich sein, da sich die Mauersegler sonst darin verirren können. Als Ersatz kann den Mauerseglern Nistkästen angeboten werden. Ungeeignet sind jedoch Gebäude mit Glas- oder spiegelnden Metallfassaden , da an diesen wegen Durchsicht- oder Spiegeleffekten immer wieder Vögel verunfallen.
Mehr Infos zu geeigneten Gebäuden und Nistkästen finden Sie unter birdlife.ch und vogelwarte.ch.
Quelle: birdlife.ch
Wir bauen und pflegen im Rahmen der JUNAkids mehrere Reptilien- und Kleintierhabitate an den Waldrändern von Wallisellen und Opfikon.

Hundertmal mehr Natur im Kanton Zürich
Das Netzwerk aus lokalen Vereinen und dem Kantonalverband BirdLife Zürich hat innerhalb von fünf Jahren mit 125 Projekten deutlich mehr Natur im Kanton geschaffen. Insgesamt haben über 600 ehrenamtlichen Naturschützer*innen an den verschiedenen Projekten mitgeholfen mit dem Ziel neue naturnahe Lebensräume zu schaffen und zu schützen. Mehr Information finden Sie hier.
Der Naturschutzverein Mittleres Glatttal engagiert sich im Rahmen 100xZüriNatur mit folgenden Projekten:
Schwalbenhaus bei der ARA Opfikon-Kloten
Mauersegler-Förderung im Chappelenturm (Opfikerturm)
Der Naturschutzverein Mittleres Glattal hat aus folgenden Gründen eine Einwendung zur Planauflage der Erweiterung der Deponie Chalberhau in Rümlang eingereicht:
Die Wälder vom Tempelhof bis zum heutigen Flughafen wurden über Jahrhunderte als Mittelwald genutzt. In nachhaltiger Weise wurden die Hauschicht für Brennholz und in sorgfältiger Planung die grossen Stämme für Bauholz verwendet. Die Mittelwaldnutzung wurde vor Jahrzehnten aufgegeben, zahlreiche grosse Bäume, darunter viele Eichen, sind erhalten geblieben.
Die Eiche
... gilt als eine der vielfältigsten Baumarten. Auf einer knorrigen alten Eiche leben Hunderte von Tieren. Es gibt Angaben, dass es das Habitat von gegen 800 verschiedenen Arten sei. Totholz stellt die Lebensgrundlage für rund einen Viertel aller Organismen im Wald dar und gilt aus diesem Grund als Indikator für die Artenvielfalt. Der alte Eichenbestand von nationaler Bedeutung stellt einen hohen ökologischen Wert dar, der nicht ersetzbar ist, da er Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ist.
Flechten
Durch die Rodung im Chalberhau ist der schweizweit stark gefährdete Lichtscheue Schönfleck (Caloplaca lucifuga) unmittelbar vom Verschwinden bedroht.
Als Flechte bezeichnet man eine Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einem (oder mehreren) Photosynthese betreibenden Partner, wobei die Lebensgemeinschaft für beide Partner von Nutzen ist. Flechten gehören in der Schweiz zu den am stärksten gefährdeten Organismen. Unter den ausgestorbenen und stark gefährdeten Flechtenarten sind besonders viele Arten zu finden, welche auf die Borke alter Eichen angewiesen sind.
Alte, über 100-jährige Eichen bieten den Flechten Kleinstandorte mit speziellen Eigenschaften. Dazu gehören tiefe Borkenrisse, die bezüglich Lichts und Luftfeuchtigkeit ideal für viele Flechtenarten sind, oder regengeschützte Stammseiten, in denen konkurrenzschwache Spezialisten ihre Nischen finden und die Flüssigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen. Der durch die Rodung wegfallende Flechtenlebensraum ist nicht ersetzbar oder wiederherstellbar.
Käfer
Xylobionte, d.h. Holz besiedelnde bzw. vom Holz lebende Urwaldreliktarten sind Käferarten, welche urwaldähnliche Lebensraumstrukturen (z.B. dicke Bäume, gebrochene Krone, Baumhöhlen, rindenlose Stammstellen, Totholz etc.) und eine durchgängige Habitattradition benötigen. Unter Habitattradition versteht man die Kontinuität eines Wald- oder Baumbestandes hinsichtlich seiner Baumartenzusammensetzung und seines Totholz- und Strukturangebots sowie seiner Alters- und Zerfallsphase. Die Käfer stellen hohe Ansprüche an die Totholzqualität und -quantität.
Mangels Urwaldrestbeständen sind diese Arten bei uns extrem selten.
Die beiden im Chalberhau vorkommenden sehr seltenen Käfer, der Plattnasen Holzrüssler Gasterocercus depressirostris (Fam. Rüsselkäfer) und der Binden-Schwarzkäfer Corticeus fasciatus (Fam. Schwarzkäfer) sind auf alte Eichen spezialisiert.
Neben den beiden genannten Käferarten sind weitere 25 Rote-Liste-Arten entdeckt worden. Durch die Rodung verlieren sie ihren Lebensraum. Die 27 Arten weisen eine sehr ausgeprägte Habitat-Tradition und eine kleine Ausbreitungsdistanz von max. 200 m auf. Die Habitate alter Eichen sind nicht zu ersetzen.
Nachtfalter
Der Kleine Eichenkarmin Catocala promissa geht durch die Rodung vollständig verloren. Die weitere Fragmentierung der Lebensräume und das Verschwinden von Strukturen beeinflussen Nachtfalterpopulationen sehr.

Artikel von Christine Tanner
Gericht lehnt Erweiterung der Deponie Chalberhau in Rümlang ab
Am 21. November 2025 publizierte der Tagesanzeiger, dass das Baurekursgericht entschieden hat, die geplante Erweiterung der Deponie zu verbieten (Artikel im Tagesanzeiger).
